Baselification

Allgemein

Wir lasen es im «New Yorker». Mit einem Aufwand von 28,2 Millionen Dollar werden in New York 85 000 Signalanlagen umgebaut. Statt des bisherigen WALK, DONT WALK erscheinen jetzt helle kleine Männchen, die wir auch bei uns kennen. Es wird gespart. Hinter WALK leuchteten Glühbirnen, die man ständig auswechseln musste. Die Männchen aber werden mit langlebigen Dioden blenden. Nick Paumgarten im «New Yorker» war ein bisschen ambivalent. Ein Stück altes New York verschwinde halt, meinte er, WALK sei das erste Wort, das New Yorker Kinder lesen gelernt hätten. Und schrieb: «Im Februar sollte die «Zurichification» New Yorks beendet sein.» Zurichification? Wir fragten das World Wide Web – und fanden immer nur den «New Yorker». Ein neues Wort war geboren! Aber was sollte es heissen? Wir fragten Nick, ob er jetzt kleine Zürcher Gnome über New Yorks Fussgängerstreifen gehen sehe? Nein, antwortete er, und gestand «ich habs erfunden. Es sollte ausdrücken, dass Standardisierung, Reinlichkeit und Technologie New York ein Stück mehr zu einer Schweizer Stadt machen würden. Ein gutes Bild für Ordnung und Präzision.» Die Zürcher werden fortan Heimatgefühl auf New Yorks Strassen spüren.

Wie wärs denn mit Baselification? Die Bedeutung wäre noch zu finden. Könnte zum Beispiel Städteumbau zu Basler Massstäblichkeit signalisieren. Mit vor Kinobauten geretteten Tramplätzen, Kathedralen und Bonsai-Hochhäusern.

Ist am 16. Dezember 2003 unter der Rubrik „Übrigens“ in der Basler Zeitung erschienen.

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